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Automatisierungsunternehmen auswählen: 7 Kriterien für die Bewertung von Robotik-Integratoren
Der teuerste Fehler bei einer Investition in Roboterautomatisierung ist nicht die falsche Kamera oder die falsche Robotermarke – es ist das falsche Unternehmen für die Projektdurchführung. Hardware lässt sich tauschen, sechs verlorene Monate nicht. Automatisierungsunternehmen legen häufig Angebote vor, die sich verblüffend ähneln; der Unterschied zeigt sich nicht im Angebot, sondern bei der Inbetriebnahme. Dieser Beitrag beschreibt die Kriterien, die bei der Bewertung von Automatisierungsfirmen zählen, und die Warnsignale, die vor der Unterschrift auffallen sollten.
Zuerst klären: Welche Art von Automatisierungsunternehmen brauchen Sie?
Der Begriff „Automatisierungsunternehmen“ umfasst sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle, und der Gang zum falschen Typ ist der erste Schritt der meisten gescheiterten Projekte:
- Elektro- und Steuerungsautomatisierung: SPS-Programmierung, Schaltschrankbau, SCADA. Steuert eine bestehende Maschine; Wahrnehmung und Entscheidung liegen außerhalb des Umfangs.
- Sondermaschinenbauer: mechanisch geprägte Konstruktion und Fertigung. Stark bei einem repetitiven, klar definierten Prozess; schwierig bei variabler Bauteilgeometrie.
- Robotik-Integratoren: passen einen Roboterarm an einen Prozess an – Zellenlayout, Greifer, Sicherheit, Roboterprogrammierung.
- Spezialisten für Bildverarbeitung und KI: die Wahrnehmungs- und Entscheidungsschicht – Fehlererkennung, Lagebestimmung, Klassifizierung.
Anwendungen wie Bin Picking, visuelle Qualitätskontrolle oder autonome Ernte liegen im Schnittfeld der letzten beiden. Ein „variables Bauteil erkennen und greifen“-Problem an ein Team zu geben, das nur Roboter programmiert, bedeutet, den riskantesten Teil des Projekts erst auf der Baustelle zu entdecken.
1. Gibt es eine Referenz nahe an Ihrer Anwendung?
Entscheidend ist nicht die Länge der Referenzliste, sondern ihre Ähnlichkeit. Die richtige Frage lautet nicht „wie viele Projekte haben Sie umgesetzt“, sondern „welches Projekt ähnelt unserem Bauteiltyp, unserer Taktzeit und unserer Variantenzahl“. Sehen Sie sich wenn möglich eine laufende Zelle vor Ort an und sprechen Sie mit der Instandhaltung dieses Werks – nicht mit dem Vertrieb.
2. Wird ein Proof of Concept angeboten?
Bei jedem Projekt mit Wahrnehmungsanteil ist der Proof of Concept die einzige echte Risikominderung: eine Vorstudie mit Ihren realen Bauteilen, unter realistischen Lichtbedingungen, gegen ein messbares Erfolgskriterium. „Das funktioniert bei uns“ ist keine Zusage. Ein guter Integrator definiert die Erfolgsmetrik vor dem PoC schriftlich mit Ihnen: Erkennungsrate, Fehlausschussrate, Taktzeit.
Den Übergang vom PoC in die Serie zu beherrschen, ist eine eigene Kompetenz; warum dieser Übergang in so vielen Projekten bricht, haben wir unter industrielles KI-Prozessmanagement beschrieben.
3. Wem gehört die Software, und wer pflegt sie?
Das ist die im Vertrag am häufigsten übergangene und später teuerste Klausel. Fragen Sie: Wem gehört die Applikationssoftware? Werden Quellcode oder Projektdateien übergeben? Muss der Integrator bei jedem neuen Bauteiltyp erneut anreisen, oder kann Ihr eigenes Team dafür geschult werden? Wer trainiert das KI-Modell neu?
Dass das eigene Team keine neue Variante einpflegen kann, ist der häufigste Grund, warum ein System binnen zwei Jahren außer Gebrauch fällt.
4. Markenunabhängigkeit und Begründung der Hardware
Ein an eine Marke gebundenes Unternehmen entwirft die Lösung entlang dessen, was diese Marke kann. Es gibt einen einfachen Test: Fragen Sie, warum die vorgeschlagene Kamera oder der Roboter gewählt wurde. Eine gute Antwort begründet sich aus der Anwendung – Bauteilgröße, Reflexion, Tiefengenauigkeit, Taktzeit. Eine schwache Antwort ist „damit arbeiten wir“. Unser Vergleich der 3D-Kameratechnologien liefert die technische Grundlage, um diese Frage fundiert zu stellen.
5. Service und Ersatzteile nach der Inbetriebnahme
Wenn die Linie steht: Innerhalb welcher Zeit reagiert jemand? Gibt es Fernzugriff, und wie ist er sicherheitstechnisch aufgesetzt? Wie lang ist die Lieferzeit für Ersatzteile kritischer Komponenten? Wie groß ist das lokale Serviceteam, und kennen diese Personen Ihre Zelle? Arbeiten Sie nicht mit einem Unternehmen weiter, das den Serviceumfang in der Angebotsphase nicht schriftlich fixiert.
6. Dokumentation und Bedienerschulung
Das Übergabepaket sollte Elektroschaltpläne, mechanische Zeichnungen, eine I/O-Liste, ein Bedienhandbuch und eine Störungsbehebungsanleitung enthalten. Die Bedienerschulung sollte eine praktische Einheit an realen Bauteilen sein, keine einmalige Präsentation; die Instandhaltung braucht eine eigene technische Schulung. In Projekten, in denen die Dokumentation „später“ versprochen wird, kommt sie meist nie.
7. Klarer Leistungsumfang und Gesamtkosten
Damit Angebote vergleichbar werden, verlangen Sie von allen Anbietern die gleichen Positionen: Roboter- und Kamerahardware, Greifer und Vorrichtungen, Sicherheitstechnik, elektrische und mechanische Montage, Software, PoC, Inbetriebnahme, Schulung, Dokumentation, Garantiezeit und jährliche Wartungspauschale. Das günstigste Angebot hat meist den engsten Umfang – die Differenz kehrt mitten im Projekt als Nachtrag zurück.
Wie die tatsächlichen Kosten jenseits des Hardwarepreises entstehen, haben wir unter Integrationskosten in der Roboterautomation aufgeschlüsselt; wie die Amortisation berechnet wird, steht in unserem Leitfaden zu Investition und Amortisation.
Warnsignale vor der Vertragsunterschrift
- Verbindliche Taktzeit- und Genauigkeitszusagen, ohne Ihre Bauteile je gesehen zu haben
- Einen PoC als unnötig oder als „Zeitverlust“ darstellen
- Eine schriftliche Definition des Erfolgskriteriums vermeiden
- Ein Angebot, das nur Hardware auflistet, ohne Leistungsbeschreibung
- Keine vergleichbare Referenz nennen können oder kein Gespräch dazu ermöglichen
- Nie nach Beleuchtung, mechanischer Aufnahme oder Bauteilreinheit fragen
Der letzte Punkt ist der aussagekräftigste: Der Erfolg eines Bildverarbeitungsprojekts entscheidet sich maßgeblich an Beleuchtung und mechanischer Wiederholgenauigkeit. Ein Team, das diese Themen im ersten Gespräch nicht anspricht, wird ihnen erstmals in Ihrer Fertigung begegnen.
Wie MIS Otomasyon arbeitet
MIS Otomasyon ist auf Bildverarbeitung und KI spezialisiert und wählt Roboter und Kameras nach den Anforderungen der Anwendung aus – wir sind an keine einzelne Marke gebunden. Projekte beginnen bei uns grundsätzlich mit einem PoC an Ihren realen Bauteilen gegen ein schriftliches Erfolgskriterium. Sehen Sie sich unsere Lösungsfamilien an oder fordern Sie eine Demo an, um die Machbarkeit Ihrer Anwendung bewerten zu lassen.